Innovation und Zeitgeist vereint – das Stadtmobiliar der Zukunft - Velopa Schweiz

Innovation und Zeitgeist vereint – das Stadtmobiliar der Zukunft

von | 21. Okto­ber 2019 | Fahr­rad­par­kier­sys­teme, Velopa

Eine Koope­ra­tion mit der Zür­cher Hoch­schule der Künste ZHdK 

Velopa beschäf­tigt sich inten­siv mit der Zukunft von urba­nen Zonen, damit das Stadt­mo­bi­liar von heute auch den Bedürf­nis­sen von mor­gen Rech­nung trägt. Aus einer Zusam­men­ar­beit mit der Zür­cher Hoch­schule der Künste ZHdK, Depar­te­ment Design, ent­stand in einem Think-Tank eine inno­va­tive Zukunfts­vi­sion für das Design von öffent­li­chem Aus­sen­mo­bi­liar in urba­nen Freiräumen.

Zukunftsvision «Escape Place»: Ein Designkonzept für urbane Freiflächen

Der Think-Tank der Zür­cher Hoch­schule der Künste ZHdK stellt fest, dass sich Men­schen in Stadt­ge­bie­ten zuneh­mend nach Zufluchts­or­ten zwi­schen ihren Wohn- und Arbeits­zo­nen seh­nen. Im Freien ange­legte, leicht zugäng­li­che und natur­nahe Lebens­räume, soge­nannte «Escape Pla­ces», ergän­zen den Wohn‑, Arbeits- oder Stu­di­en­platz. Als öffent­li­che Begeg­nungs­flä­chen för­dern diese Zufluchts­orte das sub­jek­tive Wohl­be­fin­den, indem sie soziale Inter­ak­tio­nen ermög­li­chen oder als Oasen der Ent­span­nung, der Inspi­ra­tion oder der Kon­zen­tra­tion die­nen. Ein Escape Place soll dem stei­gen­den Wunsch nach Natur­nähe, Nach­hal­tig­keit und Ein­fach­heit gerecht wer­den. Gleich­zei­tig sol­len künf­tige Begeg­nungs­flä­chen dem Bedürf­nis nach indi­vi­du­el­len Infor­ma­tio­nen und den zuneh­mend fle­xi­ble­ren und mobi­le­ren Arbeits­mo­del­len sowie moder­nen Mobi­li­täts­kon­zep­ten Rech­nung tra­gen. Die erar­bei­tete Zukunfts­vi­sion als Design­kon­zept für Frei­räume und Stadt­mo­bi­liar stützt sich schliess­lich auf drei Gestal­tungs­grund­sätze: natur­na­hes Design, Tech­no­lo­gie im Design und sozia­les Design im Sinne des «Sustainism»-Zeitgeists. Sie bil­den unmit­tel­bare Ansatz­punkte für die Stadt­ent­wick­lung, die Orts­pla­nung und das Design von urba­nem Mobiliar.

Ein neues kulturelles Zeitalter: Sustainism

Die Zukunfts­vi­sion Escape Place für öffent­li­che Frei­flä­chen und Stadt­mo­bi­liar ori­en­tiert sich ins­be­son­dere am Kul­tur- und Design­ma­ni­fest «Sus­tai­nism»1. Diese Bewe­gung mar­kiert nach dem Moder­nis­mus und Post­mo­der­nis­mus des 20. Jahr­hun­derts den Beginn eines neuen kul­tu­rel­len Zeit­al­ters, hin zu einer Welt, die ver­netz­ter, loka­ler, digi­ta­ler und nach­hal­ti­ger wird – ein Zeit­geist mit prä­gen­den Aus­wir­kun­gen auf künf­tige soziale Designkonzepte.

Quelle: 1Michiel Schwarz, Joost Elf­fers: Sus­tai­nism is the New Moder­nism. New York: Dis­tri­bu­ted Art Publishers

Urban Concept Furniture: Designkonzepte für künftige Stadtmobiliar-Innovationen

Zukunfts­ge­rich­tete Design­kon­zepte für Stadt­mo­bi­liar brin­gen die Vision «Escape Place» auf den Punkt. Indem Sze­na­rien für künf­tige Frei­flä­chen her­ge­lei­tet wer­den, ent­ste­hen Zukunfts­pro­jek­tio­nen in Form von Objekt­stu­dien für Stadt­mo­bi­liar. Diese sind etwa mit Lade­mög­lich­kei­ten für mobile Geräte und E‑Bikes oder mit smar­ten Licht­quel­len für den Ein­satz bei unter­schied­li­chen Tages­zei­ten aus­ge­stat­tet. Pho­to­vol­taik-Ele­mente lie­fern res­sour­cen­scho­nen­den Strom. Sol­che und wei­tere «Urban Con­cept Furniture»-Designstudien sind trei­bende Kräfte für die kom­men­den Velopa-Innovationen.

© Design Felix Con­rad, Mar­tin Schmitt

Menschen und ihre Bedürfnisse von morgen in urbanen Gebieten

Um die Zukunfts­vi­sion des Escape Place zu ent­wi­ckeln, unter­suchte der Think-Tank bestehende urbane Frei­räume sowie exis­tie­ren­des Stadt­mo­bi­liar. Mit Metho­den, Werk­zeu­gen und Ver­fah­ren der Design­for­schung wur­den künf­tige Anfor­de­run­gen an öffent­li­che oder betrieb­li­che Frei­flä­chen her­ge­lei­tet. Auch wur­den dazu mit poten­zi­el­len Nut­zern, die sich in unter­schied­li­chen Lebens­si­tua­tio­nen befin­den, Inter­views geführt. Aus­ge­hend von den heu­ti­gen Lebens­um­stän­den, Wert­vor­stel­lun­gen und Ansprü­chen ver­schie­de­ner Nut­zer, ent­wi­ckelte der Think-Tank Bedürf­nis­sze­na­rien für das Design­kon­zept von künf­ti­gem Stadt­mo­bi­liar und urba­nen Frei­flä­chen. Die Reprä­sen­tan­ten der befrag­ten Nut­zer nen­nen wir Jonas, Fami­lie Meier, Greta und Paul:

Jonas (28):

«Ich gehe gerne in Parks, weil ich dort eine Vielfalt von Menschen antreffe. Manchmal wünsche ich mir, dass es auch Orte gibt, an denen mehr Leute wie ich da sind.»

Pro­fil:

  • Krea­tiv: Arbei­tet in einer Inter­net-Agen­tur in der Stadt, in unmit­tel­ba­rer Nähe sei­ner Wohnung
  • Kom­mu­ni­ka­tiv: Schätzt den Aus­tausch neuer Ideen mit Arbeits­kol­le­gen, auch aus­ser­halb der Arbeit
  • Umwelt­be­wusst: Natur­ver­bun­den und an Nach­hal­tig­keit interessiert
  • Gesund­heits­be­wusst: Bevor­zugt orga­ni­sche Spei­sen, treibt Sport,
    ent­spannt sich in natur­na­hen Zonen
  • Wunsch nach ver­mehr­ten sozia­len Inter­ak­tio­nen mit Gleichgesinnten

Familie Meier – Peter (38) mit Sophie (36) und Nico (3):

«Wir sehen uns nicht oft, da ich den ganzen Tag an der Arbeit bin. Für unsere gemeinsame ‹Quality Time› bleibt uns das Wochenende, am liebsten an unseren Lieblingsplätzen im Freien.»

Pro­fil:

  • Wunsch nach mehr gemein­sa­mer Zeit
  • Beruf­lich enga­giert: Sophie als Free­lan­cer von Zuhause, Peter als Software-Entwickler
  • Kom­mu­ni­ka­tiv: Schät­zen Gesprä­che mit befreun­de­ten Fami­lien mit Kindern
  • Aktiv: Hal­ten sich gerne gemein­sam im Freien auf
  • Natur­ver­bun­den: Mögen natur­nahe Umgebung

Greta (68) & Paul (70):

«Wir geniessen es, in nahegelegenen Parkanlagen zu spazieren und das Verhalten der jüngeren Generationen zu beobachten.»

Pro­fil:

  • Natur­ver­bun­den: Mögen blü­hende, natur­nahe Umgebungen
  • Zeit­lich unab­hän­gig: Ver­brin­gen seit ihrer Pen­sio­nie­rung viel Zeit in nahe­ge­le­ge­nen Parks
  • Inter­es­siert: Schät­zen es, das Gesche­hen zu beobachten
  • Kom­mu­ni­ka­tiv: Genies­sen den Dia­log mit ande­ren Menschen
  • Redu­zierte Mobi­li­tät: Benö­ti­gen im Freien bequeme Sitzgelegenheiten

Think-Tank der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK, Departement Design

MAD Think-Tank

Der Think-Tank des Mas­ter of Arts in Design (MAD Think-Tank) ist im Depar­te­ment für Design der Zür­cher Hoch­schule der Künste ZHdK ent­stan­den. Unter der Lei­tung von Prof. Michael Krohn beschäf­tigt sich die Denk­fa­brik mit sozia­len, ästhe­ti­schen und kul­tu­rel­len Fra­ge­stel­lun­gen aus der Sicht des Designs, um krea­tive Visio­nen und Kon­zepte zu entwickeln.

Prof. Michael Krohn

Prof. Michael Krohn lei­tet an der ZHdK den Stu­di­en­gang Mas­ter of Arts in Design. Er ist stell­ver­tre­ten­der Direk­tor des Depar­te­ments Design und am Insti­tut für Design­for­schung tätig. Als Part­ner von Form­pol, einer renom­mier­ten Agen­tur für Design, Inno­va­tion und tech­ni­sche Umset­zung, berät er Unter­neh­men in den Berei­chen Indus­trie, tech­ni­sche Pro­dukte und Informationsgestaltung.

Prof. Michael Krohn zur Zukunftsvision «Escape Place»:

«Wir erken­nen eine Gegen­be­we­gung zur Vir­tua­li­tät und zu digi­ta­li­sier­ten Com­mu­nities. Real exis­tie­rende Räume oder Flä­chen, in denen sich Men­schen phy­sisch tref­fen kön­nen, gewin­nen zuneh­mend an Bedeu­tung. Im Unter­schied zu frü­her sind diese Orte die logi­sche Fort­set­zung des digi­ta­len Raums. In einer Com­mu­nity, die im Netz statt­fin­det, ent­steht irgend­wann der Drang, dass man sich auch real tref­fen kann und der vir­tu­elle Raum in der Rea­li­tät erleb­bar wird. Sol­che sozia­len Begeg­nungs­zo­nen wach­sen oft an den­je­ni­gen Orten orga­nisch heran, von denen man gar nicht erwar­tet hätte, dass sie zu Treff­punk­ten wer­den. Uns als Desi­gner inter­es­sie­ren diese Orte, um zu ana­ly­sie­ren, was sol­che Flä­chen zulas­sen und wie mul­ti­funk­tio­nal sie sind, damit sie von einer brei­ten Bevöl­ke­rung genutzt wer­den kön­nen. Unser Think-Tank mit Velopa hatte in die­sem Pro­jekt die Auf­gabe, den Kern sol­cher Begeg­nungs­zo­nen als Vision her­aus­zu­schä­len. So sind die drei Gestal­tungs­grund­sätze Natur, Tech­no­lo­gie und Sus­tai­nism ent­stan­den. Sus­tai­nism beinhal­tet vor allem bei einer jun­gen Genera­tion das grosse Anlie­gen, nach­hal­tig zu leben und nach­hal­tig zu kon­su­mie­ren in Ver­bin­dung mit den pas­sen­den Technologien.»

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