Velorouten
Der Creator’s Circle beleuchtet die Transformation der Veloinfrastruktur aus verschiedenen Blickwinkeln – von internationalen Vorbildern bis zur konkreten Umsetzung in der Schweiz. Während die Dutch Cycling Embassy aufzeigt, dass eine lebendige Radkultur das Ergebnis konsequenter Planung und klarer Entwurfsprinzipien wie Sicherheit und Komfort ist, fokussiert das Planungsbüro ewp auf die strategische Umsetzung des neuen Schweizer Veloweggesetzes. Die Stadt Winterthur untermauert diesen Prozess mit praktischen Beispielen wie dem Einsatz von rotem Asphalt und modernen Parkierungslösungen, während urbanista.ch mit dem Paradigma „Sicherheit vor Geschwindigkeit“ die subjektive Wahrnehmung der Nutzenden ins Zentrum rückt. Ergänzt durch die innovativen Trennsysteme und Stadtmöblierungen der Velopa AG, bietet diese Sammlung einen umfassenden Leitfaden für den Weg von der gesetzlichen Pflicht hin zu einer attraktiven, sicheren und zukunftsweisenden Veloinfrastruktur für alle.
Themen & Referenten
Velorouten, Velopa
Die Präsentation der Velopa AG zur Veranstaltungsreihe „Creator’s Circle“ befasst sich mit der praktischen Umsetzung des Schweizer Veloweggesetzes, wobei der Fokus auf der physischen Radwegtrennung liegt. Anhand internationaler Best-Practice-Beispiele wird aufgezeigt, wie separierte „Protected Bike Lanes“ durch modulare Elemente die Sicherheit und Akzeptanz im Strassenraum massgeblich erhöhen können. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Materialwahl und einfachen baulichen Lösungen, die eine schnelle Realisierung ermöglichen. Ergänzend dazu werden innovative Ansätze für die Veloparkierung und Stadtmöblierung vorgestellt, die darauf abzielen, das Velo durch mehr Komfort und Ordnung als attraktives Hauptverkehrsmittel für den städtischen Alltag zu etablieren.
Niederländische Radverkehrskultur: Prinzipien und Praxis, Emma Stubbe (Dutch Cycling Embassy)
Der Kern der Strategie basiert auf fünf Entwurfsprinzipien: Kohärenz, Direktheit, Attraktivität, Sicherheit und Komfort. Ziel ist es, das Radfahren als sicheres und effizientes Massentransportmittel für alle Altersgruppen zu etablieren. Ein entscheidender Faktor ist dabei die Erkenntnis, dass eine gute Radinfrastruktur immer auch eine Neuordnung des Autoverkehrs (z. B. Verkehrsberuhigung) erfordert. Moderne Lösungen wie regionale Veloschnellrouten („Doorfietsrouten“) sorgen zudem dafür, dass das Velo auch auf längeren Pendlerstrecken eine echte Alternative zum Auto wird.
Veloweggesetz, ewp
Diese Präsentation des Planungsbüros ewp zeigt auf, wie das seit 2023 geltende Schweizer Veloweggesetz praktisch umgesetzt wird. Im Zentrum steht die Pflicht für Kantone und Gemeinden, innerhalb von fünf Jahren verbindliche Netzpläne zu erstellen und diese innert 20 Jahren zu realisieren. Der Prozess führt von der strategischen Netzplanung über eine systematische Schwachstellenanalyse bis hin zu konkreten baulichen oder markierungstechnischen Massnahmen. Ein strukturiertes Umsetzungskonzept stellt dabei sicher, dass Prioritäten richtig gesetzt und gesetzliche Fristen durch Etappierung eingehalten werden.
Städtische Velorouten, Stadt Winterthur
Die Stadt Winterthur untermauert ihren Ruf als führende Velostadt durch den gezielten Ausbau von Velovorrangrouten, die mittels rotem Asphalt optisch hervorgehoben werden. Dieser Belag ist qualitativ hochwertig und dient der klaren Netzidentifikation sowie der Verkehrssicherheit. Ergänzend dazu setzt die Stadt auf moderne, bedarfsgerechte Veloparkierung, die schwellenlose Zugänge und Infrastruktur für E‑Bikes sowie Lastenräder bietet. So wird das Velo konsequent als komfortabelstes Hauptverkehrsmittel für den städtischen Alltag positioniert.
Sicherheit vor Geschwindigkeit, Thomas Hug (Urbanista.ch)
Thomas Hug von urbanista.ch fordert in seiner Präsentation einen Paradigmenwechsel: Statt immer neuer Autospuren muss die subjektive Sicherheit der Menschen zum Massstab der Verkehrsplanung werden. Wahre Verkehrswende entsteht nicht durch Farbe auf dem Boden, sondern durch ausreichend breite Radwege und bauliche Trennung. Unter dem Motto „Sicherheit vor Geschwindigkeit“ plädiert er für eine Infrastruktur, die den Stadtraum effizient nutzt und sich für alle Nutzenden sicher anfühlt.



