Creator's Circle - Begrünung & Beschattung
Klimaresiliente Städte: Die Kraft der modernen Begrünung
Der Creator’s Circle rückt die ökologische Transformation unserer Städte in den Fokus – mit Begrünung, Beschattung und Klimaanpassung als zentralen Säulen. Eine Schlüsselrolle spielen dabei moderne Gründächer. Längst dienen sie nicht mehr nur der reinen Optik, sondern fungieren als natürliche Klimaanlagen, die urbane Hitze spürbar mindern. Sie speichern wichtiges Regenwasser bei Starkregen, fördern die städtische Biodiversität und schützen ganz nebenbei die Dachabdichtung vor Wetterextremen.
Damit solche Konzepte dauerhaft erfolgreich sind, braucht es eine vorausschauende Fachplanung, die Aspekte wie Statik, Substrataufbau und die spätere Pflege von Beginn an einbezieht. Ein herausragendes Beispiel für smarte Stadtplanung sind sogenannte Energiegründächer. Sie kombinieren Dachbegrünung mit Photovoltaikanlagen und schaffen faszinierende Synergien: Die kühlende Wirkung der Pflanzen erhöht messbar den Wirkungsgrad der Solarmodule. Ergänzt man dieses Konzept durch gezielte Entsiegelung und kluge Verschattung im öffentlichen Raum, ebnet das den Weg für eine nachhaltig gesteigerte Lebensqualität in unseren Städten.
Themen und Referenten
Infrastrukturlösungen für Freiräume
Velopa positioniert sich als Partnerin für zukunftsorientierte urbane Räume, in denen Mobilität und Aufenthaltsqualität Hand in Hand gehen. Das Unternehmen präsentiert konkrete Lösungen wie das Begrünungssystem „Flora“, welches speziell für Personenunterstände entwickelt wurde. Durch die Begrünung von Infrastruktur wie Velounterständen oder Wartehallen entstehen wirksame Mikrobiotope. Diese reduzieren städtische Hitzeinseln und fördern die Biodiversität. Darüber hinaus wertet intelligentes Stadtmobiliar mit funktionalen Ergänzungen wie integrierten Beschattungselementen den öffentlichen Raum nachhaltig auf und erleichtert die soziale Interaktion enorm.
Hitzeminderung im öffentlichen Raum
Jan Stadelmann stellte praxisnahe „Quickwins“ zur Hitzeminderung vor. Er plädierte für einen Paradigmenwechsel hin zu einem komplett entsiegelten, grünen Stadtraum „von Fassade zu Fassade“. Konkrete Messwerte belegen die Wirksamkeit: Baumpflanzungen auf Asphalt senken die gefühlte Temperatur um bis zu 23 °C, entsiegelte Rasenflächen bewirken eine Reduktion von 6,6 °C. Für die Klimaresilienz der Städte sei laut Stadelmann ein mutiges Experimentieren mit biodiversen Belägen sowie die Anlage großzügig dimensionierter, untereinander verbundener Baumgruben von absolut essenzieller Bedeutung.
Schatten – Konstruieren
Peter Petschek verdeutlichte, dass Bäume zwar optimale Schattenspender sind – sie kühlen im Sommer und lassen im Winter Licht durch –, ihre Pflanzung im urbanen Raum jedoch oft an räumliche Grenzen stößt. Als Ergänzung präsentierte er bauliche Strukturen wie Pergolen, Pavillons oder Kabelsysteme. Durch die Kombination von tragenden Gerüsten und gezielter Bepflanzung spenden diese funktionalen Schatten. Der Fokus lag auf der systematischen Auswahl geeigneter Kletterpflanzen sowie der bautechnischen Integration dieser „Schatten-Konstruktionen“ in eine moderne und urbane Landschaftsarchitektur.
Gründächer planen, ausführen und pflegen
Regula Müller betonte die Leistungsfähigkeit von Gründächern als multifunktionale Bausteine: Sie senken die Lufttemperatur um bis zu 1,5 °C und reduzieren Lärm um etwa 20 dB. Ein zentraler Aspekt war die clevere Verbindung von Ökologie und Technik im „Energiegründach“. Hier optimiert die Kühlleistung der Pflanzen den Wirkungsgrad von Photovoltaik-Anlagen, vorausgesetzt Statik und Pflege sind fachgerecht geplant. Besonders eindrücklich verdeutlichte sie dies am Beispiel begrünter Haltestellendächer, welche die Temperaturen direkt unter dem Dach um 2 bis 5 °C senken.
Klimaanpassung im Öffentlichen Raum
Tobias Würsch gab Einblick in die strategische Umsetzung der Berner Stadtklima-Initiative, welche die jährliche Entsiegelung von 0,5 Prozent der Strassenflächen fordert. Im Fokus steht ein Gegenvorschlag: Dieser strebt bis 2035 eine signifikante Erhöhung der klimawirksamen Flächen durch rasch umsetzbare Projekte und Baumstandortsanierungen an. Er erläuterte anschaulich, wie durch gezielte Indikatoren für Wirksamkeit und Umsetzbarkeit Prioritäten gesetzt werden. So lässt sich der öffentliche Raum trotz begrenzter Ressourcen effektiv und nachhaltig an die klimatischen Veränderungen der Zukunft anpassen.



